Werden Immobilien immer teurer?
Jul 06
In manchen Ländern wie derzeit Spanien (Sommer 2012) lösen fallende Immobilienpreise eine Finanzkrise aus, doch Deutschland ist von diesem Zustand weit entfernt. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind im Jahr 2011 so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Vor allem Wohnimmobilien sind betroffen. Das steht zwar im Widerspruch zu den niedrigen Bauzinsen, doch nicht jeder künftige Eigenheimbesitzer möchte bauen – vielfach wird nach dem Erwerb vorhandener Häuser geschaut. Und deren Preise steigen scheinbar unaufhörlich. Wo es noch Schnäppchen gibt und wie man sie bezahlt, erfahren Interessenten auf der-immo-tip.de.
Wachsende Nachfrage für Wohnimmobilien
Eigentlich sind die Preise für Immobilien ein positiver Indikator für eine erfreuliche Konjunktur, denn sie beruhen auf wachsender Nachfrage. Die Menschen verdienen Geld, haben etwas gespart, erhalten günstige Kredite – und kaufen Häuser und Eigentumswohnungen. Informationen hierüber gibt es genug, unter anderem im Internet oder in Tageszeitungen. Diese an sich erfreuliche Nachfrage lässt die Preise steigen, im Jahr 2011 um durchschnittlich 5,5 Prozent. Dieser Anstieg, der vor allem in größeren Städten zu verzeichnen war, fiel doppelt so hoch aus wie noch 2010. Experten vergleichen den jüngsten Boom gar mit der Phase nach der deutschen Wiedervereinigung, als Konjunktur und steigende Immobilienpreise Hand in Hand gingen. Der Trend ist überall zu beobachten, in den Städten besonders stark, aber auch ländliche Gegenden sind betroffen. In Großstädten mit über einer halben Million Einwohnern fallen die Preissteigerungen allerdings besonders krass aus, Fachmagazine ermittelten sieben Prozent Zuwachs nach 3,25 Prozent im Vorjahr. Hierbei handelt es sich wohlgemerkt um Durchschnittswerte, die in der Spitze weit übertroffen werden: Um über zehn Prozent kletterten Immobilienpreise beispielsweise in Berlin und Frankfurt. Hierbei darf von einer Explosion gesprochen werden, denn zuvor hatte es über Jahre höchstens moderate und manchmal gar keine Steigerungen gegeben. In Frankfurt werden für den Quadratmeter Eigentumswohnung in guter Lage inzwischen 3.400 Euro gefordert und gezahlt, in Berlin sind es 3.250 Euro. Ballungsräume wie diese beiden Städte entfalten seit 2011 ihre ganze Anziehungskraft. Wer hier noch Schnäppchen machen will, muss sich sehr gut informieren, am besten im Internet und ansonsten höchstens noch bei Insidern, die Geheimtipps kennen.
Ursachen für den Boom
Der deutsche Immobilienmarkt nimmt inzwischen europaweit eine Sonderstellung ein, so ein Fazit der Bundesbank. Niedrige Zinsen auf der einen Seite, andererseits großes Vertrauen in die Konjunktur beleben die einzigartige Nachfrage nach Immobilien. Anleger und Besitzer sollten sich dennoch nicht abschrecken lassen, weiterhin nach günstigen oder wenigstens sehr attraktiven Immobilien zu schauen. Der demografische Wandel dürfte den Trend zur Sicherheit beim Wohnen in Zukunft noch verstärken, konstatiert die Bundesbank. Das Rückschlagspotenzial bei den Preisen sei also eher überschaubar, und Geld sei wahrlich genug unterwegs. Der tiefere Hintergrund liegt in einem Phänomen, an das sich auch altgediente Banker kaum erinnern können: Durch die Globalisierung verfallen in vielen Bereichen die Preise, nämlich für billig in Fernost produzierte Waren. Damit wird die Inflation nach unten gedrückt, was eigentlich in einer Hochkonjunkturphase sehr ungewöhnlich ist. Und Deutschland befindet sich zweifellos in hochkonjunkturellen Verhältnissen. Da im Euroland insgesamt kaum Inflation zu verzeichnen ist – unter anderem wegen der Krisen in anderen Staaten – senkt die EZB ein ums andere Mal die Zinsen. Sie kann sich das leisten, eine Inflation muss sie schließlich nicht bekämpfen. Die niedrigen Zinsen führen zu sensationell günstigen Hypothekenkrediten, diese wiederum befeuern nicht nur den Bauboom, sondern auch die Kauflaune gegenüber schon bestehenden Immobilien. Käufern bleibt nichts als die gründliche Recherche nach erschwinglichem Wohnraum, Onlineportale liefern hierzu hierzu die passende Vorlage.
